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Informationen zur Dorfgeschichte

Durch die Reformation wurde der Grundbesitz des Klosters Eldena staatlich, womit Weitenhagen, Grubenhagen und Schönwalde dem Amt Eldena angehörten. 1626 bzw. 1634 wurden diese, zusammen mit anderen Dörfern, von Herzog Bogislaw IV. der Universität Greifswald geschenkt.

Die Bauern der Region hatten in den folgenden Jahrhunderten eine schwere Zeit, denn mehrere Kriege zerstörten ihre Höfe und fremden Soldaten musste Quartier gewährt werden.
Die kleinen Büdner (Bauern) besaßen meist nur kleine Höfe und waren von der Universität abhängig, denn diese verpachtete die Höfe und Vorwerke. Im Jahre 1870 wurde eine neue Gesetzgebung eingeführt. Von nun an galten die Höfe als freies Eigentum und die Büdner waren nicht mehr von der Universität abhängig. Wirtschaften wurden zusammengelegt und erreichten teilweise Größen bis zu 100 pommersche Morgen.

Besonders schwer für die Bewohner der Region waren die Jahre nach der Jahrhundertwende. Aufgrund des 1. Weltkrieges wurden alle Wehrdienstfähigen eingezogen und Frauen, Kinder und Alte mussten in der Landwirtschaft arbeiten. Wie überall in Deutschland gab es auch hier große Not nach dem Krieg. Viele waren gefallen und die Versorgung mit Nahrung und Kleidung war dürftig. Zudem führte die folgende Inflation dazu, dass viele, die sich eine kleine Rente für den Lebendabend angespart hatten, vor dem Nichts standen.

Auch der 2. Weltkrieg hinterließ Spuren im Gemeindeleben. Bereits im November 1939 wurden 170 Baltendeutsche in den Orten Weitenhagen und Potthagen einquartiert.
Zu den kriegsbedingten Notständen kam es im Jahre 1940 auch noch zu einem der strengsten Winter der norddeutschen Geschichte. Bis in den April hinein hielten sich Temperaturen, die teilweise bis minus 20 Grad reichten. Die Kleinbahn konnte wegen starker Schneestürme nur einmal, von Ende Januar bis Ende Februar, fahren und sogar die Reichsbahn stellte den Betrieb ein.

Zum Ende des Krieges, 1944, füllten sich die Lazarette, so dass 250 der Verwundeten in die Schule von Weitenhagen verlegt werden mussten. Zum Neujahr 1945 setzte der Flüchtlingsstrom aus dem Osten ein und im April machten sich die Bürger der Gemeinden zur Räumung bereit. Soweit kam es jedoch nicht, denn am 30. April 1945 rückte das russische Militär ein. Beinahe alle Häuser, auch das des Pfarrers wurden mit Soldaten belegt. In den folgenden Monaten war das Leben schwer. Es gab nur wenig zu essen, Plünderungen und Übergriffe waren an der Tagesordnung. Das Leben der Gemeindemitglieder besserte sich jedoch, denn durch den Bau von zehn Öfen für eine Feldbäckerei außerhalb der Ortsgrenzen wurden die Besatzungstruppen mit bis zu 700 Broten am Tag beliefert. So kam es, dass bis zum Dezember 1945 fast keine russischen Soldaten mehr in den kleinen Orten lebten.

Nach dem 2. Weltkrieg stellte sich auch für die Gemeinde Weitenhagen wieder das normale Leben ein. Der Schulunterricht begann wieder mit 180 Kindern und 6 Lehrern, es gab Konsumläden und sogar Gaststätten. Nachdem im Jahre 1918 die Lampen vom Mast der elektrischen Straßenbeleuchtung in Weitenhagen und Potthagen durch einen Sturm losgerissen wurden, wurden diese erst 1951 wieder repariert. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nicht genügend Geld, um wieder für elektrisches Licht zu sorgen.

(Aus der Ortschronik der Gemeinde Weitenhagen).