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Lüssower Landschaftswege zur Peene

Anfahrt / Service:
Im Dorf Lüssow können Sie am Vorpommerschen Landgut parken, das kleine Café verwöhnt Sie gerne vor oder besser nach der Wanderung

Themen / Keywords:
Sandgrube mit Eisvögel, Findlinge, Bollwerk, Hafen, Polder, Torfstiche, Rübenbahn, Rotwild, Biberspuren

Dauer:
Route West: 1 1/2 Stunden
Route Ost: 2 Stunden

Kategorie + Kurzbeschreibung:
Einfach; Kinderwagen-geeignet.
Die Route führt zunächst auf einem Plattenweg über offene Ackerlandschaft, dann weiter auf Feld- und Sandwegen in den reichhaltig und abwechslungsreichen Talbereich mit Wald, Wiese, Sandgruben und bei der Route West Torfstiche sowie Peeneufer.

Wegbeschreibung:
Gutsanlage Lüssow als Startpunkt, gegenüber der Dorfkirche nehmen Sie den Weg in Richtung Südwesten, vorbei an den Neubauernhäusern verläuft der Plattenweg über eine ausgeräumte Agrarlandschaft. Die Baumreihe mit Sträuchern dient als Windschutz, um Erosion auf den Ackerflächen zu vermindern und das Abknicken der Getreidehalme kurz vor der Ernte zu verhindern. Die ästhetische Funktion einer solchen Baumreihe in diesen Agrarlandschaften wird nach dem kleinen Graben (Punkt 1) offensichtlich: Riesige Schläge tun sich auf und verdeutlichen die Weite dieser Kulturlandschaft. – Unser Weg führt direkt auf den Wald. Ein Hohlweg führt sie in den Talraum, gekreuzt wird der Weg von einigen Wildwechseln.
Der Ulmenbestand rechts (westlich) vom Hohlweg ist einer der wenigen noch gesunden Ulmen in Nordostdeutschland.

Zu Route West:
Langer Weg durch den Langen Hals mit für das Peenetal charakteristischem Übergang zwischen Moor- und Grundmoränenböden. Die trockenen, südexponierten Hänge mit ihren nährstoffärmeren Sandböden sind für Ackerwirtschaft ungeeignet und deshalb forstwirtschaftlich mit Kiefern, Eichen und vereinzelt Buchen genutzt. Die angrenzende Lichtung „langer Hals“ ist in der Abenddämmerung Äsungsfläche von Rot- und Rehwild. Der sich anschließende Bruchwald deutet auf die zunehmende Nässe des Bodens hin. Die typischen Baumarten sind Schwarz-Erle und Moor-Birke.

Kleine Überraschungen finden sich am Wegesrand, z.B. ein im Baumstamm gefangener Ameisenhügel. Der Schwarzspecht findet in den Bruchwäldern mit seinen vielen abgestorbenen Bäumen reichlich Insekten im Totholz. - Aufpassen! Der Schwarzspecht ruft manchmal ähnlich wie der Seeadler, also genau zuhören und hin gucken.

Am Ende des Waldes biegt ein Trampelpfad rechts zur Sandgrube (Punkt 3) ab. Die Bruchkante als Aufschluss zeigt ein schönes Profil der ade, die hier während der letzten Eiszeit abgelagert wurden. Die großen Steine vor der Sandgrube haben als Findlinge eine weite Reise aus Skandinavien hinter sich. So wie sie hier zur Ruhe gekommen sind, bieten sie auch Sitz- und Ruhemöglichkeit für uns Wanderer und einen natürlichen Kletterspielplatz ihrer Kinder. – Daneben werden sie gerne von Eidechsen als „Sonnenbank“ genutzt.

In solchen Abbruchkanten graben Eisvögel gerne ihre Brutröhren. Hier wurden bereits öfter Eisvögel bei der Brut beobachtet.

Am Fuße der Abbruchkante werden wir Zeuge einer natürlichen Sukzession. Der rohe Sandboden ist Lebensraum wärme liebender Insekten, wird aber zunehmend von Pionieren besiedelt: Zuerst kommen die Flechten, dann einige höhere Pflanzen und Moose und endet schließlich mit Kiefernwald, einige junge Kiefern sind bereits zu sehen.

Der Weg führt zu den Lüssower Torfstichen, dort (Punkt 4) biegen Sie links (nach Süden) ab und kommen am ehemaligen Bollwerk zur Peene. Rot- und Schwarzmilan sowie Fisch- und Seeadler sind häufig zu beobachten. Am Wegesrand sehen Sie Biberfraßspuren sowie Otterwechsel. An manchen Bäumen sind Kletterspuren vom Baummarder zu sehen.

Die Reste des Bollwerks (Punkt 5) sind Zeugen aus der Gutswirtschaft des 19. Jahrhunderts. Der Weg verläuft auch heute noch teilweise auf der Streckenführung der Rüben- und Torfbahn vom Gut Lüssow zum Bollwerk an der Peene. Torf und Rüben wurden hier in die Lastkähne verladen und bis nach Stettin, Greifswald und Stralsund transportiert. Die Peene war in jenen Jahren wohl wesentlich stärker befahren als heute.

Neben einigen Bootsschuppen finden Sie auch eine gespaltene Kopfweide zwischen Peeneufer und Torfstisch. Es lohnt sich einen Blick in den geborstenen Weidenstamm zu riskieren: halb zersetztes Holz, Spalten, und geheimnisvolle Löcher bieten Lebensraum für Spinnen, Käfer und Fledermäuse.

Aufgrund der weiträumigen Sicht über die Peene können Sie hier einen guten Eindruck über das Leben in und auf dem Fluss bekommen: Schnatternde Wasservögeln, vor dem Hecht flüchtende Fischschwärme, die in ihrer Panik aus dem Wasser springen, Ringelnattern, die über das Wasser gleiten und im Hintergrund das Trompeten der Kraniche. In den Dämmerungsstunden kann mit etwas Geduld der Fischotter beim Jagen bewundert werden.
Zurück zur Weggabelung bei Punkt 4. Der direkte Weg nach Lüssow führt zu Beginn auf der ehemaligen Rübenbahntrasse. Sie folgen heute dem Plattenweg nach Norden und erreichen das Dorf Lüssow ggb. dem Schloss. Durch den Park können Sie am Schloss vorbei bis zur Gutsanlage und zum Parkplatz laufen.

Zu Route Ost:
An der Südspitze der Lichtung Langer Hals (Punkt 2) orientieren Sie sich nach Südosten und wandern durch den Pätschower Holz. Nach der Feuchtsenke mit Erlenbruch sehen Sie linker Hand eine aufgelassene Sandgrube (Punkt 6). In solchen Biotopen lassen sich oft Dachs- und Fuchsbauten finden. Gehen Sie hier ruhig auf Spurensuche

Am Waldrand (Punkt 7) liegen zahlreiche Lesesteinhaufen als geschütztes Biotop, -eine weitere Möglichkeit Eidechsen, Blindschleichen und Ringelnattern zu sehen. Auf der Wiese versuchen zur Brunftzeit im September einige Rothirsche im Paarungsrausch auf sich aufmerksam zu machen. Diese Brunftrufe sind bis weit in die Dörfer zu hören. Ein Abendspaziergang lohnt sich also.

Im kleinen Dorf Pätschow liegt rechts das Gutshausensemble. Das Gutshaus ist saniert und bewohnt, die noch erhaltenen Wirtschaftsgebäude im typischen Feldsteinbau prägen zusammen mit den Bauernkaten um die Dorfteiche das seit Jahrzehnten unveränderte Ortsbild. Dazu gehört auch die mittlerweile aufgegebene Verkaufsstelle ggb. dem Dorfsteich als Andenken aus vergangenen Tagen. – Wagen Sie einen Blick auf die „historische“ Innenausstattung des ehemaligen „Dorf-Konsums“.

Auf dem Feldweg nach dorfauswärts nach Norden passieren Sie eine imposante Lindenbaumreihe, bevor Sie das letzte Stück entlang der Landstraße zurücklegen.

 

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